Marketing anstellen oder Agentur: Was sich wirklich rechnet

Eigene Marketingstelle oder Agentur? Was eine Anstellung in Österreich wirklich kostet, was eine Agentur leistet und wann sich welche Lösung rechnet.

Kurz gesagt: Eine Social-Media-Managerin oder ein Social-Media-Manager verdient in Österreich im Schnitt rund 39.700 Euro brutto im Jahr, also etwa 2.840 Euro mal 14. Mit den Lohnnebenkosten von rund 29,5 Prozent in Niederösterreich kostet die Stelle den Betrieb rund 51.400 Euro im Jahr, noch ohne Arbeitsplatz, Software, Kamera und Recruiting. Eine Agentur lohnt sich, wenn du viele Fähigkeiten wie Video, Grafik, Text und Anzeigen brauchst, aber keine ganze Stelle füllst. Eine eigene Anstellung lohnt sich, wenn täglich jemand im Betrieb Inhalte erstellen und Anfragen beantworten soll. Oft ist die Mischung aus beidem am besten.

Bevor ein Betrieb mit Social Media ernst macht, steht meist diese Frage im Raum: „Sollen wir nicht einfach jemanden anstellen?“ Laut Statistik Austria nutzten 2025 bereits 68 % der Unternehmen ab zehn Beschäftigten soziale Medien, bei den kleinen Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten 65 %. Die Frage, wer das macht, wird also für immer mehr Betriebe wichtig. Manchmal ist die Antwort: eine eigene Person. Damit du selbst rechnen kannst, stehen hier die Zahlen für Österreich, Stand Oktober 2026.

Was eine Marketing-Anstellung in Österreich wirklich kostet

Laut den Gehaltsangaben auf kununu verdient eine Social-Media-Managerin oder ein Social-Media-Manager in Österreich im Schnitt 39.700 Euro brutto im Jahr, bei Berufseinstieg rund 37.500 Euro und nach zehn Jahren rund 48.700 Euro. Marketing-Manager:innen liegen im Schnitt bei 49.400 Euro, Videograf:innen bei 42.800 Euro. In Österreich wird das Gehalt 14-mal ausbezahlt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind in praktisch jedem Kollektivvertrag vorgesehen.

Welcher Kollektivvertrag gilt, hängt von der Branche deines Betriebs ab, nicht vom Job. Im Handel ist Social-Media-Betreuung zum Beispiel in den Beschäftigungsgruppen E und F eingereiht, mit Mindestgehältern ab 2026 zwischen 2.535 und 4.244 Euro brutto im Monat.

Zum Gehalt kommen die Lohnnebenkosten des Dienstgebers. Laut WIFO liegen sie 2026 im Schnitt bei 29,56 Prozent, in Niederösterreich bei rund 29,5 Prozent: Sozialversicherung, Mitarbeitervorsorge, Dienstgeberbeitrag, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer.

Rechenbeispiel Niederösterreich 2026: 39.700 Euro Bruttogehalt plus rund 11.700 Euro Lohnnebenkosten ergeben rund 51.400 Euro Personalkosten im Jahr, bei 226 Arbeitstagen rund 227 Euro pro Arbeitstag
Rechenbeispiel Social-Media-Stelle, Niederösterreich 2026
Positionpro Jahr
Bruttogehalt (2.836 € × 14, Durchschnitt Social Media Manager:in)39.700 €
Lohnnebenkosten Dienstgeber (rund 29,5 %, Niederösterreich)rund 11.700 €
Personalkosten gesamtrund 51.400 €
Software, zum Beispiel Adobe Creative Cloud Pro für Teams und Canva Pro (Händler- und Listenpreise)rund 1.100 €
Stelleninserat, zum Beispiel karriere.at Standard für 30 Tageab 949 € (einmalig)
Laptop, Handy, Kamera, Mikrofon, Licht, Arbeitsplatzje nach Anspruch

Wie viele Tage davon tatsächlich gearbeitet wird

2026 hat 261 Werktage von Montag bis Freitag. Davon fallen 10 Feiertage auf einen Wochentag, dazu kommen 25 Urlaubstage. Bleiben 226 Arbeitstage, Krankenstände und Weiterbildungen noch nicht abgezogen. Rechnet man die rund 51.400 Euro Personalkosten auf diese Tage um, kostet ein Arbeitstag rund 227 Euro, ohne Ausstattung.

Was beim Anstellen sonst noch dazugehört

  • Suche: Laut WIFO war eine beim AMS gemeldete offene Stelle 2023 im Schnitt 73 Tage offen. Dazu kommen Einarbeitung und die Probezeit, die gesetzlich höchstens einen Monat dauert.
  • Ausfälle: Im ersten Dienstjahr zahlst du im Krankenstand bis zu 6 Wochen das volle und 4 Wochen das halbe Entgelt weiter. In der Zeit postet niemand.
  • Bindung: Als Dienstgeber kündigst du in der Regel mit 6 Wochen Frist zum Quartalsende, nach zwei Dienstjahren mit zwei Monaten.
  • Ausstattung: Wer auch filmen und fotografieren soll, braucht Kamera, Mikrofon, Licht und einen Rechner, der Videoschnitt schafft.

Was eine Agentur leistet und kostet

Eine Agentur rechnet meist auf drei Arten ab: als Monatspauschale für die laufende Betreuung, als Projektpreis für einen Drehtag, eine Kampagne oder einen Relaunch, oder nach Stunden. Was in einer Monatspauschale steckt, unterscheidet sich stark. Frag deshalb immer nach: Wie viele Postings, Reels und Storys im Monat? Sind Dreh, Schnitt und Grafik dabei? Wer schreibt die Texte und beantwortet Kommentare? Ist die Betreuung der Anzeigen enthalten?

Das Werbebudget für Meta, Google oder TikTok kommt bei jeder Lösung dazu, egal ob intern oder mit Agentur. Bei uns zahlst du es direkt an die Plattform, nicht über unsere Rechnung.

Der größte Unterschied zur Anstellung: Mit einer Agentur bekommst du kein einzelnes Profil, sondern ein Team. Wer dreht, schneidet, gestaltet, schreibt und Anzeigen baut, sind bei einer Anstellung oft fünf Jobs in einer Person. Bei einer Agentur machen das die Leute, die es täglich machen, mit Kamera, Licht, Ton und Software, die schon bezahlt sind. Urlaub und Krankenstand fängt das Team auf.

Der Vergleich auf einen Blick

KriteriumEigene AnstellungAgentur
Kostenfix, auch in ruhigen Monaten, plus Lohnnebenkosten, Arbeitsplatz und Ausstattungplanbar als Pauschale oder Projektpreis, ohne Arbeitsvertrag
Know-howeine Person, selten Profi in Video, Grafik, Text und Anzeigen zugleichein Team mit Spezialist:innen für jeden Bereich
Nähe zum Betriebkennt Produkte, Team und Abläufe von innen, ist spontan vor Ortbraucht Einarbeitung und Abstimmung, kommt für Drehs ins Haus
Ausfallbei Urlaub, Krankheit oder Kündigung steht der Kanal stillVertretung im Team, der Plan läuft weiter
AusstattungKamera, Licht, Mikrofon, Software musst du kaufenist vorhanden und im Preis enthalten
StartStelle ausschreiben, auswählen, einarbeiten: oft Monatenach Erstgespräch und Konzept, ohne Ausschreibung und Einarbeitung
Blick von außenwird mit der Zeit betriebsblindsieht, was in anderen Branchen funktioniert

Wann sich eine eigene Anstellung lohnt

  • Du brauchst täglich jemanden vor Ort: etwa im Hotel, im Handel oder in der Gastronomie, wo jeden Tag spontan Inhalte entstehen und Anfragen über Instagram beantwortet werden müssen.
  • Das Volumen füllt eine ganze Stelle: mehrere Kanäle, viele Standorte, laufend Aktionen, Newsletter, Website und Messen.
  • Marketing ist Kern deines Geschäfts: bei Onlinehändlern oder Marken, die stark über Social Media verkaufen.
  • Du hast schon eine passende Person im Team: jemand, der Lust darauf hat und den Betrieb kennt. Das Handwerk lässt sich lernen, die Begeisterung für den Betrieb kaum.

Wann sich eine Agentur lohnt

  • Du brauchst viele Fähigkeiten, aber keine volle Stelle: Video, Foto, Grafik, Texte und Anzeigen, verteilt auf ein paar Tage im Monat.
  • Qualität muss sofort passen: Ein Imagevideo, eine Recruiting-Kampagne oder ein Event-Launch verträgt keine Lernkurve.
  • Du willst schnell starten: ohne Ausschreibung, Vorstellungsgespräche und Einarbeitung.
  • Du willst flexibel bleiben: mehr Leistung vor der Saison, weniger im ruhigen Monat, ohne Arbeitsvertrag.

Oft die beste Lösung: beides

Auch große Unternehmen setzen auf die Mischung. Laut dem US-Werbeverband ANA hatten 2023 zwar 82 % seiner Mitglieder ein eigenes Inhouse-Team, 92 % davon arbeiteten trotzdem zusätzlich mit externen Agenturen. In vielen Betrieben funktioniert eine Mischung am besten. Eine Person im Haus kümmert sich um Storys, Community und den Alltag, die Agentur übernimmt die Drehtage, den Schnitt, die Grafik und die Anzeigen. Die interne Person liefert Ideen und Einblicke, die Agentur macht daraus Inhalte, die gut aussehen und Ergebnisse bringen. Damit das klappt, braucht die interne Person das Handwerkszeug. Genau dafür gibt es unseren Meta-Ads-Workshop in Bergland.

Fünf Fragen für deine Entscheidung

  1. Wie viele Stunden Marketing fallen bei dir pro Woche wirklich an?
  2. Welche Fähigkeiten brauchst du: Video, Foto, Grafik, Text, Anzeigen, Community?
  3. Wer übernimmt, wenn die Person auf Urlaub, krank oder weg ist?
  4. Wie schnell sollen erste Ergebnisse da sein?
  5. Wie viel Budget hast du pro Jahr, inklusive Ausstattung und Werbebudget?

Unsere ehrliche Sicht

Wir sind eine Agentur, also nimm unsere Sicht mit diesem Wissen. Trotzdem raten wir nicht jedem Betrieb zu uns. Wer jeden Tag jemanden vor Ort braucht, ist mit einer eigenen Person oft besser bedient, und die unterstützen wir gern mit einem Workshop oder einzelnen Drehtagen. Wer dagegen Video, Grafik und Anzeigen in guter Qualität braucht, aber keine ganze Stelle füllt, fährt mit einer Agentur meist günstiger und schneller.

Du willst wissen, was bei dir sinnvoll ist? Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir es mit dir durch. Mehr zu unserer Social-Media-Betreuung und zur Content-Produktion.

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Laut kununu verdienen Social-Media-Manager:innen in Österreich im Schnitt rund 39.700 Euro brutto im Jahr, bei Berufseinstieg rund 37.500 Euro. Mit den Lohnnebenkosten von rund 29,5 Prozent in Niederösterreich kostet die Stelle den Betrieb rund 51.400 Euro im Jahr, ohne Software, Ausstattung und Recruiting.

Laut WIFO zahlen Dienstgeber 2026 im Schnitt 29,56 Prozent auf das Bruttogehalt dazu, in Niederösterreich rund 29,5 Prozent. Dazu gehören rund 21 Prozent Sozialversicherung, 1,53 Prozent Mitarbeitervorsorge, 3,7 Prozent Dienstgeberbeitrag, 3 Prozent Kommunalsteuer und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag. Laut dem im Juli 2026 beschlossenen Budgetbegleitgesetz soll der Dienstgeberbeitrag ab 2028 auf 2,7 Prozent sinken.

Wenn du viele Fähigkeiten brauchst, also Video, Foto, Grafik, Texte und Anzeigen, aber keine ganze Stelle damit füllst. Eine Agentur bringt das Team und die Ausstattung mit, fällt bei Urlaub und Krankenstand nicht aus und lässt sich ohne Arbeitsvertrag an den Bedarf anpassen.

Für Storys, Community und den Alltag oft ja. Schwierig wird es, wenn dieselbe Person auch professionell filmen, schneiden, gestalten und Anzeigen betreuen soll. Das sind eigentlich mehrere Berufe. Viele Betriebe kombinieren deshalb eine interne Person mit einer Agentur für Drehtage und Kampagnen.

Manchmal. Du zahlst keine Lohnnebenkosten, hast aber wie bei einer Anstellung meist nur eine Person mit ihren Stärken und Lücken und keine Vertretung. Arbeitet die Person wie eine Angestellte, also mit fixen Zeiten und nach deinen Weisungen, kann die Zusammenarbeit als Dienstverhältnis gewertet werden. Lass dich dazu im Zweifel beraten.

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